Postmix vs. Premix: Der Unterschied einfach erklärt
Wer eine Zapfanlage für Säfte oder Softdrinks plant, stößt früher oder später auf zwei Begriffe: Postmix und Premix. Beide Verfahren führen zum selben Ergebnis – einem gekühlten Getränk aus dem Zapfhahn –, unterscheiden sich aber grundlegend darin, wann und wo das Getränk entsteht. Genau dieser Unterschied entscheidet über Lagerbedarf, Logistik, Kosten pro Glas und die Ökobilanz Ihres Getränkeservice. In diesem Beitrag vergleichen wir beide Systeme Punkt für Punkt und zeigen, welches Verfahren für welchen Betrieb die richtige Wahl ist.
Der Unterschied in einem Satz
Beim Premix-Verfahren wird das Getränk fertig gemischt angeliefert und nur noch gekühlt gezapft – beim Postmix-Verfahren wird ein Konzentrat gelagert und erst im Moment des Zapfens mit gekühltem Wasser gemischt.
Die Namen verraten das Prinzip: „prae“ (lateinisch „vor“) – gemischt vor der Anlieferung. „post“ (lateinisch „nach“) – gemischt nach der Lagerung, direkt in der Anlage. Eine ausführliche Erklärung beider Systeme finden Sie auf unseren Übersichtsseiten zum Postmix-Ausschanksystem und zum Premix-Ausschanksystem.
Postmix und Premix im direkten Vergleich
Kriterium | Premix | Postmix |
Angeliefertes Produkt | Trinkfertiges Getränk in Containern oder Kegs | Kompaktes Konzentrat, z. B. im Bag-in-Box-Format |
Zubereitung | Keine – nur Kühlung und Ausschank | Mischung mit gekühltem Wasser direkt beim Zapfen |
Lagerbedarf | Hoch – das gesamte Getränkevolumen inkl. Wasseranteil wird gelagert | Gering – ein Gebinde ersetzt ein Vielfaches an Fertiggetränk |
Logistik & Transport | Großes Transportvolumen, Pfand- und Leergut-Handling | Wenige, leichte Gebinde; kein Leergut |
Kosten pro Glas | Höher – Wasser wird mittransportiert und mitbezahlt | Niedriger – Wasser kommt aus der hauseigenen Leitung |
Geschmack & Qualität | Originalrezeptur ab Werk, nicht anpassbar | Konstante Qualität durch präzise, automatische Dosierung |
Flexibilität | Sortenwechsel = Behälterwechsel | Mehrere Sorten parallel; Mischung und Karbonisierung steuerbar |
Technischer Aufwand | Sehr gering – CO₂-Druck, Kühler, Zapfhahn | Etwas höher – Wasseranschluss und Dosiertechnik erforderlich |
Nachhaltigkeit | Mehr Verpackung und Transportemissionen | Weniger Verpackung, geringeres Transportvolumen, kleinerer CO₂-Fußabdruck |
Ideal für | Kleine Ausschankmengen, temporäre Einsätze | Regelmäßigen Ausschank in Hotellerie, Gastronomie und bei Großverbrauchern |
Die Unterschiede im Detail
1. Lagerung und Logistik
Der augenfälligste Unterschied: Beim Premix-Verfahren lagern und transportieren Sie fertiges Getränk – und damit vor allem Wasser, das über 90 % des Volumens ausmacht. Beim Postmix-Verfahren bleibt das Wasser dort, wo es ohnehin verfügbar ist: in Ihrer Leitung. Ein einziges Konzentratgebinde ersetzt so ein Vielfaches an Fertiggetränk. Für Betriebe mit begrenzter Lagerfläche – vom Stadthotel bis zum Kreuzfahrtschiff – ist das oft das entscheidende Argument.
2. Kosten pro serviertem Glas
Weil beim Premix-Verfahren Transport, Verpackung und Pfandsystem für das gesamte Getränkevolumen anfallen, liegt der Preis pro Liter in der Regel spürbar über dem eines konzentratbasierten Systems. Postmix reduziert zusätzlich den Personalaufwand: kein Kistenschleppen, kein Leergut-Management, seltenere Gebindewechsel. Bei regelmäßigem Ausschank summiert sich das über das Jahr zu einem deutlichen Kostenvorteil.
3. Geschmack und Qualität
Premix punktet mit der unveränderten Originalrezeptur des Abfüllers – unabhängig von der lokalen Wasserqualität. Moderne Postmixanlagen gleichen diesen Vorteil jedoch längst aus: Wasserfiltration und präzise, automatische Dosierung sorgen für ein konstantes Geschmacksprofil, Glas für Glas. Hinzu kommt ein Frischeargument: Das Getränk entsteht erst im Moment des Ausschanks und steht nicht bereits fertig gemischt im Behälter.
4. Flexibilität im Angebot
Wer seinen Gästen Vielfalt bieten möchte, stößt mit Premix schnell an Grenzen: Jede Sorte benötigt einen eigenen Behälter samt Anschluss. Postmix-Systeme führen dagegen mehrere Konzentrate parallel und schenken auf Wunsch stille und karbonisierte Varianten aus derselben Anlage aus – vom Orangensaft am Frühstücksbuffet über Limonaden bis zu Eistee. Einen Überblick über die möglichen Sorten gibt unser Getränkesortiment.
5. Nachhaltigkeit
Weniger Transportvolumen, weniger Verpackungsmaterial, kein Leergut: Konzentratbasierte Systeme verbessern die Ökobilanz des Getränkeservice messbar. Wie groß der Effekt entlang des gesamten Lebenszyklus ausfällt, haben wir in einer eigenen Analyse untersucht – nachzulesen in unserem Beitrag zur Reduzierung des CO₂-Fußabdrucks im Getränkeservice.
Wann ist welches System die richtige Wahl?
- Premix passt, wenn nur gelegentlich kleine Mengen ausgeschenkt werden, keine Wasserinstallation möglich ist oder eine Anlage nur temporär – etwa für ein einzelnes Event – betrieben wird.
- Postmix passt, sobald regelmäßig größere Mengen serviert werden: am Frühstücksbuffet im Hotel, an der Poolbar im Resort, im Restaurant, Casino oder Catering. Hier zahlen sich geringere Getränkekosten, kompakte Lagerung und konstante Qualität Tag für Tag aus.
Als Faustregel gilt: Je höher und je planbarer Ihr Ausschankvolumen, desto klarer fällt die Entscheidung zugunsten von Postmix aus.
Fazit: Der Unterschied liegt im Zeitpunkt der Mischung – die Entscheidung im Volumen
Postmix vs. Premix ist keine Frage von „besser oder schlechter“, sondern von Einsatzprofil und Menge. Premix überzeugt durch Einfachheit bei kleinen Mengen; Postmix durch Wirtschaftlichkeit, Platzersparnis, Flexibilität und Nachhaltigkeit im regelmäßigen Betrieb – und ist deshalb in Hotellerie und Gastronomie das Verfahren der Wahl. Wenn Sie unsicher sind, welches System zu Ihrem Haus passt, kontaktieren Sie uns – wir beraten Sie unverbindlich und rechnen Ihnen auf Wunsch den Kostenvergleich für Ihren konkreten Bedarf durch.